„Zwölf Takte, zwölf Töne“ Elliott Sharp Zum Siebzigsten von Wolfgang Sandner

Er ist einer der gefragten Exzentriker zwischen allen musikalischen Stühlen. Zum siebzigsten Geburtstag des unberechenbaren Musik-Experimentators Elliott Sharp.

In der außerirdischen Stadt New York leben und im geordneten Mitteleuropa seinen Unterhalt verdienen: Für manchen radikalen Musiker ist das schon ein Erfolgsmodell gewesen oder sagen wir lieber eine Strategie zum künstlerischen Überleben. Der hellwache Tagträumer Elliott Sharp könnte davon ein Lied singen, besser vielleicht: über einen zwölftaktigen Blues improvisieren oder ein zwölftöniges Streichquartett komponieren.

Viele Avantgarde-Festivals dürfte es diesseits des Atlantiks jedenfalls nicht geben, auf denen sich der attraktive Kahlschädel mit seinen kopflosen Gitarren und einem Koffer voller Auftragspartituren noch nicht hat blicken lassen. Und jenseits des Großen Teiches hat er sich seit den siebziger Jahren in der supercoolen Lower-East-Side-Szene von Manhattan die Reputation erworben, die ihn zu einem gefragten Exzentriker zwischen allen musikalischen Stühlen werden ließ.



© FAZ, Feuilleton, 1.3.2021

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