„Zwischen Cool und Hot“ Der Altsaxofonist Art Pepper

Art Pepper entwickelte früh einen ganz individuellen Stil am Altsaxofon – nicht wirklich hot, aber auch nicht wirklich cool, sondern dicht, intensiv, plastisch. Pepper wollte der größte Jazzmusiker Amerikas werden. Anfang der 1950er Jahre war er fast so berühmt wie Charlie Parker.

Mit Hans-Jürgen Schaal

Art Pepper (1925-1982) gehörte zu den musikalisch faszinierendsten Saxofonisten der Nachkriegszeit. Psychologisch gehörte er aber zugleich zu den erschreckendsten Erscheinungen der Jazzgeschichte. Regelmäßig suchte er die Nähe zu Drogendealern und Gangstern, und ein Jazzjournalist beschrieb ihn als „beängstigenden Soziopathen“.

Die 1950er- und 1960er-Jahre verbrachte Art Pepper zu großen Teilen in Kliniken, Therapiezentren und Gefängnissen und ruinierte sich damit eine große Karriere. Dazwischen machte er nahezu geniale Aufnahmen mit den Westcoast-Musikern, mit dem Arrangeur Marty Paich oder mit dem Wynton-Kelly-Trio. In den 1970er Jahren erlebte Art Pepper ein kurzes Comeback – legendär wurde sein Engagement im Village Vanguard (1977). Aufnahmen davon bilden den ersten Teil unserer Sendung.

Art Pepper, as; George Cables, p; George Mraz, cb; Elvin Jones, dr
Aufnahmen vom 28. und 30. Juli 1977 aus dem Village Vanguard

 

© WDR 3, Jazz & World, 24.9.2018

 

 

7 Replies to “„Zwischen Cool und Hot“ Der Altsaxofonist Art Pepper

  1. Pepper’s Autobiografie „Straight Life“ gehört für mich zu einem der besten Bücher über Jazz, es ist auf jeden Fall das ehrlichste, das ich kenne, ohne Staralüren erzählt Pepper von allen Hochs und Tiefs seiner Karriere. Seine letzten Aufnahmen berühren mich besonders. (Dank an Karl Lippegaus, der mich an Pepper herangeführt hat!)

  2. Und, natürlich, im Standartwerk von Karl Lippegaus ‚Die Stille im Kopf‘ gibt es auch ein Kapitel über Art Pepper. Straight Life. Klar.

    1. Stimmt, da bin ich wohl als erstes über Art gestolpert! Viele West Coast Jazzer sind entdeckenswert (für manche sicher Klassiker): all die Musiker die durch die Schulen von Lennie Tristano, Howard Rumsey oder Stan Kenton gegangen sind und später fast allesamt selbst Karriere gemacht haben! Oder die verschiedenen Chico Hamilton Quintette… vor allem das frühe mit Fred Katz und etwas später mit Eric Dolphy!

      Lippegaus empfiehlt in seinem Buch ja die 1978er-Aufnahme „Today“ von Art Pepper, eine Combo mit Stanley Cowell, Cecil McBee und Roy Haynes: Gänsehautmusik! Ich hab auf CD sonst nur die Duo-Platte „Tête-à-tête“ mit dem Pianisten George Cables, eine späte Aufnahme vom April 1982, nur zwei Monate vor dem Tod von Art Pepper eingespielt. Alle späten Aufnahmen des Galaxy-Labels gibt es in einer großen 16-CD-Box (bei Amazon derzeit für 399 Euro!!).

  3. Ehrlicherweise muß ich zugeben, dass ich keine CD von ihm habe. Auf Compilations ja, aber keine unter eigenen Namen. Das Galaxy Label lese ich oft, aber 399,00 € ist schon fett. Immer wenn ich mich dazu entschliessen will, eine CD von Art Pepper zu kaufen, fängt es wieder an.

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