Die verlorene Zukunft, Anton Sarokin hat ihr die audiovisuelle Installation „Backup from Temporary Untitled Files“ gewidmet. Damals in den späten 1990er Jahren, schildert er, erlebte Weißrussland eine rasante technologische Entwicklung, auch die gesellschaftspolitische Lage würde sich nun bald verbessern, so die allgemeine Hoffnung, die er in „Backup from Temporary Untitled Files“ wiederauferstehen lässt.

Mit Rainer Elstner und Susanna Niedermayr

Stattdessen folgte Stillstand und abermals das Gefühl der Isolation. Seit einiger Zeit scheint sich Weißrussland gegenüber der Europäischen Union nun tatsächlich schrittweise zu öffnen. Im Minsker Industriegebiet rund um die Octyabrskaya Straße etwa entstand in den letzten Jahren ein Kreativ-Cluster. Alles nur Fake meinen die einen, hier herrsche keine tatsächliche, sondern lediglich eine simulierte Freiheit.

Staatliche Förderung zeitgenössischer Kunst und Musik gibt es heute so gut wie keine, vom sowjetischen System der breiten Unterstützung sind nur Rudimente übrig geblieben, etwa der vorweihnachtliche Partiturenkauf für das Archiv der Nationalbibliothek. Und wer vom White Cube oder dem geschützten Konzertsaal in den öffentlichen Raum hinausgeht, der zieht schnell die Aufmerksamkeit der Zensurbehörde auf sich.

Andere, wie etwa die Veranstalter/innen des Mental Force und des KINAMO Festivals, fühlen sich ermutigt, ihre kreativen Kräfte erneut zu bündeln. Nach einer Reise in die jüngste Musikgeschichte Weißrusslands hören Sie heute die traditionelle dicht gepackte Musikreportage quer durch alle Genres.

© Ö1, Zeit-Ton, 15.10.2018

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