Ernesto Cardenal ist tot. Der Dichter, Befreiungstheologe und frühere Kulturminister von Nicaragua starb im Alter von 95 Jahren in Managua.

Die Liebe, wie schon in diesem Jugendgedicht, faszinierte den Lyriker und Theologen Ernesto Cardenal bis zuletzt. Auch, weil sich ihr selbst niederträchtige Menschen nicht entziehen können.

Cardenal verstand die Liebe allerdings nicht nur als zwischenmenschliches Gefühl, sondern auch als Motor der Revolution und als Geist des Kosmos. In seinen „Gesängen des Universums“, im Original 1989 erschienen, lotete er in fast 1800 Versen die Rolle des Menschen im Kosmos aus und spannte den Bogen vom Urknall über die DNS bis zu Gott.

„Als ich dich verlor, haben wir beide verloren:
ich, weil du warst, was ich am meisten liebte,
und du, weil ich es war, der dich am meisten liebte,
aber dich wird niemand so lieben wie ich.“

© Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 1.3.2020

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