Er wirkt weltabgewandt, mit seiner hageren Figur, seiner hohen Stirn, seinem Rauschebart. Für viele gilt Arvo Pärt, der am 11. September seinen 85. Geburtstag feiern kann, als der Mönch der modernen Musik, der Mystiker, ja der Heilige. Aber ist er das wirklich? 

Oder handelt es sich nur um eine mediale Legende, die sich um den estnischen Erfolgskomponisten rankt? „Als wir mit ihm spazieren gingen, hatte ich plötzlich das Gefühl, er wäre ein Teil des Waldes – so sehr hat er in sich geruht“, sagt Erik Schumann, der Primarius des Schumann Quartetts. Die drei Brüder Erik, Ken und Mark Schumann und die estnische Bratscherin Liisa Randalu gehören zu den wenigen Musikern, die das Glück hatten, intensiv mit dem Komponisten zusammenarbeiten zu können. Sie haben den Meister der Reduktion, der sich sonst so rar gemacht hat, zuhause in Tallinn besucht und dann sein Stück „Fratres“ aufgenommen – nicht nur eines seiner bekanntesten Werke, sondern zugleich eines, das Pärts besondere Ästhetik in Reinkultur repräsentiert. In der Reihe „Faszination Neue Musik“ aus dem Studio Franken erzählen die vier Mitglieder des vielfach preisgekrönten Quartetts über ihre Begegnung mit Arvo Pärt, von der Einfachheit, die so schwierig zu realisieren ist, und von der Notwendigkeit, am Ende das eigene Ich loszulassen.

Teil 1 http://xb4160.xb4.serverdomain.org/Musik/Arvo-Paert-I.mp3

Arvo Pärt: „Cecilia, vergine romana“ (Münchener Kammerorchester: Ulf Schirmer); „Adam’s Lament“ (Münchener Kammerorchester: Olari Elts); „Da pacem Domine“ (Howard Arman)

Teil 2 http://xb4160.xb4.serverdomain.org/Musik/Arvo-Paert-II.mp3

© Bayern Klassik, 9./10.9.2020

4 Comments

      1. Vielen Dank. Leider gibt es nach wie vor große Probleme mit dem Anzeigen der Audiodatein. Vivaldi geht auch nicht mehr. Hat sonst noch jemand einen Browser der funktioniert ???

        portfuzzle

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