An der Seite von Ornette Coleman spielte er sich frei. Und auf der Suche danach, was die Welt der Musik im Innersten zusammenhält, entdeckte er ein grenzenloses Terrain unendlicher und vielgestaltiger Klanglandschaften.

Mit Bert Noglik

Der Trompeter Don Cherry, geboren am 18. November 1936 in Oklahoma City, begann seine Laufbahn mit Hard Bop und stieß Ende der 50er Jahre zum Kreis um den Free-Jazz-Pionier Ornette Coleman, der ihn in das legendäre „Original Quartet“ aufnahm. Mit seinen oft verblüffend einfachen und zugleich beeindruckend originellen Melodiefindungen brachte Don Cherry in das Geflecht des von konventionellen Restriktionen befreiten Jazzimprovisierens eine eigene Stimme ein.

Multiinstrumentalist

Der Trompeter, der oft Kornett oder Pocket-Trumpet – eine Art Kindertrompete – spielte und der sich zunehmend zum Multiinstrumentalisten entwickelte, verzichtete bewusst auf Virtuosität und gewann kraft seiner Persönlichkeit mit einem zuweilen beinahe naiv anmutenden Spiel eine starke Authentizität und Überzeugungskraft. Er spielte mit vielen Protagonisten der Free-Jazz-Szene und formierte eigene Gruppen, mit denen er weitflächig angelegte Suiten aufnahm. Im Trio „Codona“ mit Collin Walcott und Nana Vasconcelos fand er zu einer faszinierenden musikalischen Synthese von Einflüssen aus diversen Himmelsrichtungen. Don Cherry, der bis zu seinem Tod im Jahr 1995 lange Zeit in Europa – vornehmlich in Schweden – verbrachte, stieß das Tor des Jazz zur Welt weit auf. Er beschäftigte sich mit Musik unterschiedlicher Kulturen und ließ seine Kreativität aus der von Neugier und Respekt begleiteten Begegnung mit dem Anderen wachsen.

© NDRInfo, Jazz Special, 18.11.2216

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