Genau wie diese Erde Millimeter für Millimeter erschlossen wird, bereist, abgegrast, kulturalisiert und gentrifiziert wird, es nur noch wenig weiße Flecken gibt, genauso wird auch die Musikproduktion ausgegraben und abgetragen. Funk aus dem Togo der 70er – gibt es jetzt als Compilation. 

Der Sound von Moga-Disco – steht in deinem Platenladen als Doppel- LP mit 20seitigem Booklet! Die Musik der französischen Karibik – eine neue Reihe mit der besten Musik der 60er, 70er und 80er. Mit rasend tollen, kleinen und nie gehörten Perlen.
Dieser Markt an Ausgrabungen und Re-Issues funktioniert sicher auch deshalb, weil neue Musik so einfach auf Spotify wegzuhören ist, einfach da ist in dieser gigantischen Jukebox. Man muss nur einen Zehner reinwerfen und schon spielt sich diese Streaming-Jukebox einen Wolf ohne jemals wieder aufzuhören.
Aber wir Musikfans wollen mehr, wollen selbst entdecken. Neue alte Musik und die Geschichten dahinter. Und genau das werden wir in dieser Stunde ZÜNDFUNK Playback tun. Wir werden die Musik der afroamerikanischen Band Juju – später nannten sie sich Oneness Of Juju kennenlernen. Und gemeinsam mit ihrem Kopf, mit dem Saxofonisten James „Plunky“ Branch viele der Orte bereisen, an denen die Musik sie geführt sein. Wir werden in den Südstaaten beginnen, in den 50er Jahren in Richmond, der Hauptstadt Virginias, werden uns ende der 60er aufmachen zu den Hippies und zu Miles Davis mitten hinein nach Height Ahsbury, San Francisco, werden hören von Mozambique und den African Rythmns, werden unser Glück versuchen im New York der 70er, kurz in Ornette Colemans Loft in der 131 Prince Street wohnen, ausgehungert zurück nach Virginia müssen – um, dann finally, in Lagos, Nigeria zusammen mit Fela Kuti auf einer Bühne zu stehen. Wie das alles in ein Leben passt, das hört ihr hier in disem Zündfunk Playback.

James Plunky Branch erklärt seine Band so:
„Wir waren am ehesten wohl avantgardistische, auf afrikanischen Rhythmen basierende Jazz-Enthusiasten. Ein Ensemble von sechs Musikern. Wir haben uns in San Francisco gegründet und sind dann wieder zurück nach Richmond, Virginia, meine Heimatstadt. Dazwischen haben wir eine Weile in New York gelebt. Unsere Musik war die Musik dieser Zeit. Es war die Musik von Coltrane, von Pharaoh Sanders und anderen. Musiker die geforscht haben. Musiker, die die Grenzen des Jazz ausloten wollten. Musiker, die herausfinden wollten, wie diese Musik unseren Leuten dienen könnte.“

© Bayern 2, Zündfunk-Playback, 9.5.2020

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