Breivik und Tarrant, Halle und Columbine – bei zahlreichen Anschläge spielte Musik eine Rolle. Während des Anschlags in Halle lief Musik. NS-Rap, frauenverachtender Scream-Rock und unverdächtiger Anime-Sound.

Alles Versatzstücke einer Internetbasierten Jugendkultur, die sich im Weltbild des mutmaßlichen Täters zu einem Weltbild aus Terror und (Sub-)Kultur manifestierten. Anders Breivik hörte bei seinem Terroranschlag eine getragene und pathetische Musik. Das Resultat war ein Massaker mit 77 getöteten Menschen. Ob Musik einen „Blutrausch“ ermöglicht oder ob das ein veraltetes Konzept ist, weshalb wir als Betrachter Emotionen oftmals mit Musik verbinden (Only Time von Enya zu 9/11 Anschlägen) und wie machtlos Behörden bei Verboten bestimmter Titel und Interpreten sind, wird in dieser Sendung diskutiert. Denn da bis vor einigen Jahren zumindest die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften einen Teil der Musik für Minderjährige indizieren konnte, scheint die Macht der Behörde in den Jahren 2019/ 2020 deutlich eingeschränkt. Und auch die Plattformen wie YouTube oder Soundcloud haben sich lange gegen grundlegenden Standards im Umgang mit bestimmten Musiktiteln gewehrt. Bis heute halten ihnen Kritiker vor zu wenig gegen deren Verbreitung zu unternehmen. Dieser Zündfunk Generator beleuchtet die Beziehung zwischen Musik und Gewalttaten, zwischen Subkultur und Anschlägen.

 

© Bayern 2, Zündfunk Generator, 16.2.2020

 

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