Die Schweizer Pianistin Sylvie Courvoisier hat Amerika erobert. Nun kuratiert sie das Zürcher taktlos-Festival.

Sie zu treffen, um ein paar Worte mit ihr zu wechseln: Da müsste man schneller sein. Sie spielt zwar immer wieder irgendwo in der Nähe, fliegt dann aber gleich weiter. Auftritt an Auftritt, Kontinent an Kontinent, eine Schweizer Pianistin im Schwebezustand, zu ihren Füßen: die Welt.

So bleibt uns Skype; bloß schaltet sie die Kamera nicht ein. Sylvie Courvoisier, schöne 51, gibt vor, nicht präsentabel zu sein, morgens um neun, noch im Pyjama, in Brooklyn, während ihr Gesprächspartner sechs Stunden später in Europa am Schreibtisch sitzt, um ihr zunächst einmal zu gratulieren.

Sie hat jetzt diesen großen amerikanischen Preis gewonnen, den zweiten in zwei Jahren, und das ist schon eine Genugtuung, oder? Vielen Europäern gilt Jazz ja nach wie vor als eine zuvörderst amerikanische Musik. Und da zieht eine junge Pianistin aus der französischsprachigen Schweiz 1998 nicht nur mal eben nach New York, um sich in der Welthauptstadt des Jazz zu erproben. Nein, sie bleibt und bleibt und begeistert inzwischen Publikum wie Kuratoren in einem Riesenland, das an musikalischer Exzellenz keinen Mangel hat.

Der United States Artist Award, vergeben von einer gemeinnützigen Stiftung, honoriert „die überzeugendsten in den Vereinigten Staaten arbeitenden und lebenden Künstler in mehreren Disziplinen und in jeder Phase ihrer Karriere“. Das ist vom Renommee her erste Liga; 50.000 Dollar gibt es obendrauf. Sylvie Courvoisier ist in den USA jetzt wirklich anerkannt…

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© ZeitOnline, Kultur, 9.3.2020

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