Klappernde Pizzicati, löchrige Tutti und virenhaltige Schwebeteilchen aus dem Schalltrichter: Die klassische Musik in Corona-Zeiten.  

Der Musikerberuf ist einer der gefährlichsten. Der Cellist riskiert eine Arthrose des Daumensattelgelenks. Die Fagottistin hat ein Risiko für einen Tinnitus, weil die Posaunen hinter ihr sitzen. Die Bratschistin hat chronische Schulterbeschwerden, weil sie im engen Orchestergraben ihren Bogen nie mit voller Länge ausstreichen kann. Alle leiden unter Lärm, schlechtem Licht, unter den Kollegen.

Nur Zugwind, ein weiterer Feind sensibler Künstler, wird neuerdings begrüßt. Er könnte ein Garant für Lockerungen und den Wiederbeginn des Spielbetriebs an den Theatern sein, denn er vertreibt Viren, die potenziell in Wolken von Tröpfchen und Aerosolen vor allem über dem Orchester schweben. Die vermeintlichen Hauptverantwortlichen für die Verteilung von gefährlichen Erregern waren schnell identifiziert: die Bläser. Die Sänger. Weil sie halt blasen und singen….

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© Zeit Online, Kultur, 28.5.2020

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