Von „k-punk“, der Essaysammlung des britischen Autors Mark Fisher, kann man sehr viel lernen! Zum Beispiel, warum unsere existenzielle Traurigkeit mit dem Wirtschaftssystem zusammenhängt.

Wenn Sie denken, mit einer Depression lasse sich kein Portfolio veredeln, stöbern Sie wohl selten im Internet. Bei Twitter, Facebook und so weiter übt man nämlich das bezaubernde Ordnungsprinzip der Konkurrenz mitunter auch mal in Sachen psychischer Gesundheit ein: Meine Depression ist viel authentischer als deine! Und wenn Sie nun wiederum denken, solch Versuch, eine seelische Beschädigung zum Alleinstellungsmerkmal aufzutürmen, rühre halt vom Internet her, diesem merkwürdigen Identitätsinkubator mit seiner hysterischen Debattenkultur (man kennt die talking points) – dann haben Sie wohl noch nie ein Buch des vor drei Jahren verstorbenen englischen Kulturwissenschaftlers Mark Fisher aufgeschlagen. Von dem kommt jetzt ein neues Werk in die Regale.

k-punk heißt das Buch und ist so dick, dass es, stellte man sich drauf, fast als Rednerpodest taugt, von dem aus es sich über die 624 Seiten mit einer passionierten Hibbeligkeit predigen ließe, wie man sie auch bei Mark Fisher beobachten konnte; bei seinen Lesungen und Seminaren (schauen Sie doch mal bei YouTube). „Ich erinnere mich daran, wie seine Hände zitterten, während er leidenschaftlich referierte. …

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© Zeit Online, Kultur, 27. März 2020

 

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