Eine CD-Retrospektive versammelt das musikalische Schaffen des Dichters, Sängers und Klangavantgardisten Max Goldt.

Einem vornehmlich literarisch interessierten Publikum wurde Max Goldt seit Mitte der Achtzigerjahre als Autor von Kolumnen und Büchern wie Mein äußerst schwer erziehbarer schwuler Schwager aus der Schweiz oder Ungeduscht, geduzt und ausgebuht ein Begriff.

In diesen frühen Titeln schimmern deutlich schon drei wesentliche Charakteristika des Goldtschen Sprachschaffens durch: ein konsonanten- wie vokalhäufungsverliebter Vorrang der Form vor dem Inhalt; ein genereller Vorbehalt gegenüber der Welt und gegenüber den in dieser wohnenden Wesen; sowie schließlich eine existenzielle Melancholie, die aus diesem Vorbehalt und der sich aus ihm speisenden Einsamkeit rührt. Zeit seiner künstlerischen Karriere hat sich Max Goldt, geboren 1958, stets als jemand gezeigt, der für Vokale und Konsonanten mehr Liebe aufbringen kann als für die daraus gebildeten Wörter und für die Dinge und Menschen, die von diesen bezeichnet werden…

Weiter lesen … !

© Die Zeit, Kultur, 2.1.2020

 

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.