Keine Kaffeekapseln mehr und nicht jedes Jahr ein neues Smartphone – so könnte der Weg in eine bessere Welt aussehen. In seinem Buch „Neben uns die Sintflut“ beschreibt der Soziologe Stephan Lessenich, wie wir alle auf Kosten der armen Länder im Süden und im Osten leben und wie wir das ändern können.

Der Soziologe Stephan Lessenich im Gespräch mit Thomas Kretschmer

Thomas Kretschmer: Stephan Lessenich, Ihr aktuelles Buch beschäftigt sich mit der Verlagerung vieler Kosten und Abfallprodukte unserer Lebensweise in arme Länder. Es hat den Titel Neben uns die Sintflut. Wann haben Sie diese Sintflut als so bedrohlich empfunden, dass Sie den Entschluss gefasst haben, jetzt schreibe ich ein Buch zu dem Thema?

Stephan Lessenich: Da gab es jetzt keinen genauen Termin oder ein einzelnes Ereignis, einen Tag. Das war ein längerer Prozess. Ich beschäftige mich schon lange mit Fragen sozialer Ungleichheit, wie entsteht soziale Ungleichheit, vor allem wie reproduziert sie sich, also wie stellt sie sich immer wieder neu her, und wie entstehen dann bestimmte Strukturen, verfestigte Strukturen sozialer Ungleichheit. Das habe ich lange Zeit, wie das die Soziologie auch meistens tut, im innergesellschaftlichen Rahmen gemacht, also auf Deutschland bezogen, vielleicht auch noch im internationalen Vergleich, also einzelne Nationalgesellschaften. Wie sieht Ungleichheit, wie sehen Ungleichheitsstrukturen in Deutschland aus, in Frankreich, in anderen westlichen Industriegesellschaften? …

© Essay und Diskurs, 5.11.2017

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