We can be heroes – Was es heute bedeutet, Held*in zu sein von Lisa Pausch

Es vergeht in Zeiten der Coronavirus-Pandemie kein Tag, an dem nicht irgendjemand als „Held“ bezeichnet wird. War es gestern die Gesundheits- und Krankenpfleger*in, sind es in einem Werbeclip der Bundesregierung inzwischen wir alle.

Gerade in Krisenzeiten nimmt die Sehnsucht nach Heldenfiguren zu, sagt der Soziologe Ulrich Bröckling. Und: Anhand unserer Heldinnen und Helden können wir viel mehr Probleme unserer Gesellschaft ablesen, als dass sie uns die Aufgabe abnehmen, diese zu überwinden. Superhelden-Filme haben in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Im Juli 2019 wurde der Marvel-Film „Avengers: Endgame“ zum erfolgreichsten Film aller Zeiten erklärt. Und mit „Wonder Woman“ kam im Jahr 2017 erstmals eine Frau nicht mehr nur als Sidekick, sondern Hauptfigur und Solo-Superheldin auf die Leinwand. Auffällig ist: Zuletzt wurden vor allem junge, mutige Frauen zu Heldinnen erklärt. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die Sea Watch 3-Kapitänin Carola Rackete oder die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Frauen, „die versuchen, Bewegungen auszulösen, also Menschen hinter sich zu bringen, demokratische Prozesse in Gang zu setzen, Minderheitenrechte zu verteidigen“, sagt die Schriftstellerin Jagoda Marinić, Journalistin und Autorin des im Sommer 2019 erschienenen Buchs: „Sheroes – Neue Held*innen braucht das Land“. Was bedeutet es heute, Held*in zu sein? Wie können weibliche Heldenreisen auch im Film erzählt werden? Ist Heldentum wirklich solidarischer und demokratischer geworden? Für den Zündfunk Generator sprechen wir zu diesen Fragen mit der Gesundheits- und Krankenpflegerin Nina Böhmer, dem Soziologen Ulrich Bröckling, der Regisseurin Bernadette Kolonko und der Schriftstellerin Jagoda Marinić.

© Bayern 2, Zündfunk Generator, 18.4.2021

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