Die Band um den dänischen Kontrabassisten Jasper Høiby zählt schon seit einigen Jahren zu den erfindungsreichsten Pianotrios der europäischen Jazz-Szene. Im November 2015 arbeitete Phronesis zum ersten Mal mit einem großen Ensemble zusammen. Für seinen Auftritt mit der hrBigband beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt griff das Trio auf ältere Kompositionen zurück, die nun ihre ganze Komplexität in erstaunlicher Klarheit enthüllten.

Mit Harry Lachner

Das Klaviertrio Phronesis, altgriechisch für „Vernunft“, trägt sein Programm bereits im Namen. Seine Stücke sind sorgfältig strukturiert und leben aus der fast traumwandlerischen Sicherheit, mit der die Musiker miteinander kommunizieren. Wobei das Moment der Emphase nicht zu kurz kommt: Sie ist eingebunden in ein Spiel, in dem Intellektualität und emotionale Aufladung einander durchdringen. Mit seinem Konzept der ständigen Selbstreflexion erreicht das Trio eine beeindruckende Intensität, die sich weniger an der Tradition des freien Spiels orientiert, sondern eher an der kompositorischen Raffinesse und der geschickten Dramaturgie eines neuen Konstruktivismus.

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© WDR 3, Jazz & World, 14.12.2018

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