Mit 20 verblüffte er mit der Tonfülle und Eloquenz eines Charlie Parker. Und weil sein Bebop so besonders entfesselt war, attestierte ihm die Kritik eine Gemütslage „zwischen Genie und Wahnsinn“. Seitdem hat der 1982 geborene Wanja Slavin eindeutig den Weg der größtmöglichen künstlerischen Aussagekraft eingeschlagen.

Moderation und Auswahl: Beate Sampson

Nach der Auflösung seiner international erfolgreichen Band „Hipnosis“ ging der gebürtige Münchner nach Berlin, arbeitete dort unter anderem mit Christian Lillinger, Marc Schmolling und mit Joachim Kühn zusammen, und gründete die Band „Lotus Eaters“, die er 2009 bei „Bühne frei im Studio 2“ vorstellte, und die nun in neuer Besetzung zum zweiten Mal in der Konzertreihe auftritt.

Im Gegensatz zu ihren Namensgebern aus der griechischen Mythologie, den Lotophagen, ist nicht Lethargie, sondern Energie die Sache der Lotus Eaters, wenn sie ihren eigenen, relevanten Beitrag zur Fortführung der Jazzgeschichte leisten. Wanja Slavin versteckt sich dabei nicht hinter Floskeln, bewährten Formen oder Konzepten. Er sammelt seine Inspiration in vielen Stilen und sucht seinen ureigenen Umgang damit. Dabei geht es ihm nicht um Intellektualität, sondern um ein Gefühl und die spirituelle Ebene der Musik. Das klingt mal nach elegischer Klangmalerei, dann wieder wild und kämpferisch, und in seiner emotionalen Hingabe immer spannend.

Wanja Slavin Lotus Eaters

Mirna Bogdanović: Gesang
Percy Pursglove: Trompete
Philipp Gropper, Wanja Slavin: Saxofon
Andreas Lang: Kontrabass
Rainer Böhm: Klavier
James Maddren: Schlagzeug
Aufnahme vom 18. Dezember 2019 im Studio 2 des Münchner Funkhauses

 

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