Warschauer Herbst 1971: Als Studentin erlebt die Autorin die Musik von Sofia Gubaidulina zum ersten Mal. Klänge, die aus der Stille entstehen, sich expressiv, farb- und kraftvoll entfalten. Seitdem hat sie Leben und Werk der Komponistin nicht mehr losgelassen. Bis zu einer persönlichen Begegnung sollten über 40 Jahre vergehen.

Von Marietta Morawska-Büngeler

Gubaidulina ist inzwischen 87 und hat nach wie vor einen vollen Terminkalender. Sie braucht die Stille ihres Hauses auf dem Lande bei Hamburg, um Inspiration und Kraft zu schöpfen.

Es war eine glückliche Fügung, dass die Komponistin trotz Kompositionsaufträgen dem Interview zugestimmt hat. Zustande kamen zwei lange Gespräche über ihre Musik und deren Quellen: der Glaube und die Stille. Über russische Lyrik und altägyptische Verse. Über Musik und Mathematik. Über das Leben in der Sowjetunion, die sie 1991 verließ. Über Deutschland. Über den Mut, einen eigenen Weg zu gehen.

Sofia Gubaidulina ist nicht nur eine großartige Komponistin, sondern auch eine Philosophin. Herzlich. Offen. Bescheiden. Humorvoll.

Wahrheit in der Stille
Die Komponistin Sofia Gubaidulina
Von Marietta Morawska-Büngeler

Regie: Fabian von Freier
Es sprachen: Claudia Mischke, Katherina Wolter und Heiko Obermöller
Ton und Technik: Gunter Rose und Thomas Widdig
Redaktion: Ulrike Bajohr

Manuskript PDF

© Deutschlandfunk, Feature, 19.4.2019

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