John Zorn’s 32-CD-Projekt „Book of Angels“ ist nach 13 Jahren abgeschlossen. Nach der Auflösung seines Quartetts „Masada“ komponierte der New Yorker Saxofonist 2004 innerhalb von drei Monaten 300 Stücke, die sich an den Skalen und Melodien klassischer sephardischer Musik orientierten und die als Ausgangspunkt für die improvisatorische Weiterentwicklung für andere, von ihm ausgesuchte Ensembles dienen sollten. Mit Mary Halvorsons CD „Paimon“ ist die Serie nun komplett.

Mit Harry Lachner

Book of Angels“ nannte Zorn diese Reihe, wobei jedes der Stücke nach einem speziellen Engel, Dämon oder einem anderen Wesen aus der Mythologie benannt ist. Die musikalische Ausrichtung wurde schon nach den ersten Veröffentlichungen deutlich: John Zorn ging es bei der Auswahl der Musiker und Ensembles um eine größtmögliche Vielfalt an Personalstilen und musikalischen Genres. So finden sich in der Reihe Aufnahmen u.a. des Gitarristen Marc Ribot, der Pianisten Jamie Saft und Uri Caine, oder des Trios MedeskiMartin & Wood – allesamt mit einem ausgeprägten Jazz-Hintergrund. Doch auch die Grenze zur Rockmusik wird überschritten, das Feld der klassischen Klezmer-Musik und des Sakralen betreten. John Zorn ist es mit seinem „Book of Angels“ gelungen, innerhalb des geschlossenen Systems seiner Kompositionen eine größtmögliche Vielfalt an Stilen und Ausdrucksweisen zu erreichen.

 

 

Playlist PDF

© WDR 3, Jazz & World, 30.3.0218

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.