Geboren auf der estnischen Ostseeinsel Hiiumaa entdeckte Erkki-Sven Tüür als jugendlicher Flötist die Musik mit seiner Rockband „In Spe“. Als Komponist wurde er 1989 mit seinem Orchesterstück „Insula deserta“ in der internationalen Musikszene bekannt.

Als Vorbilder nennt der Este den Avantgardisten György Ligeti und die amerikanischen Pioniere der Minimal Music Steve Reich und Philip Glass. Tüür, der als gefragter Komponist für seine Projekte das ganze Jahr in der Welt unterwegs ist, zieht sich in der Sommerpause auf seine Insel zurück. Aber er versteht sich nicht als abgeschiedener Insulaner. Aufmerksam verfolgt er das Weltgeschehen, das bei ihm Gedanken auslöst, an deren Ende Musik steht. Sein Orchesterwerk „Sow the Wind“ aus dem Jahr 2015, das sich auf die alttestamentarische Phrase „Sie säen Wind und werden Sturm ernten“ bezieht, ruft tagespolitische Bilder von Klimawandel, Flüchtlingswellen und der Flut verschiedener extremistischer Bewegungen wach. Ulrich Möller-Arnsberg hat Tüür aus Anlass seines 60. Geburtstags auf Hiiumaa besucht und mit ihm über seine Anfänge als Rockmusiker wie auch über seine gegenwärtige Arbeit als zeitgenössischer Komponist gesprochen.

© BR Klassik, Horizonte, 10.10.2019

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.