Djamchid Chemirani kommt vom Einkaufen zurück, in Manosque; am Hörer entschuldigt er sich mehrfach für seine kleine Verspätung, er war in einen Verkehrsstau geraten. Den Ort, an dem er sich befindet, kann man sich leicht ausmalen.

Es ist Spätsommer, über der trockenen Ebene erhebt sich der Gebirgskamm, die Sonne brennt auf die Steine der Burgruine herab, überall Insekten, ein warmer Wind. Man kennt dieses Dorf nicht, Saint-Maime, doch auf einem Album von 1996, dem ersten des Trio Chemirani, sind zwei lange rhythmische Beschreibungen zu hören; ein Vater und seine beiden Söhne erzählen mit ihren persischen Instrumenten von ihrer provenzalischen Oase.

Saint-Maime 2 ist ein geradezu aquatisches Stück, in kämpferisch anmutenden Klängen trotzt die Zarb der Zarb in einem Wechselspiel aus hölzernen Trommelwirbeln und schwebender Stille. Man begreift dieses Instrument augenblicklich, mit seinem Fell, seinem Korpus, dem oberen Rand, dem schmalen Hals, der kleinen und großen Öffnung, all den charakteristischen Merkmalen, die es zu einem vermeintlich einfachen Werkzeug machen – das Murmeln des Maulbeerbaums, das Schnalzen der Ziege und schließlich das tiefe Donnergrollen der Daf-Trommel entladen sich in einem riesigen Wolkenbruch aufeinander abgestimmter Intentionen. Als wären diese drei Wesen eins.

© VAN, Outernational.com

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