Bei seiner Bestandsaufnahme zur finanziellen Situation freier klassischer Musiker:innen erhielt Volker Hagedorn Ende letzten Jahres binnen kürzester Zeit über 300 Seiten Zuschriften von Künstler:innen, deren Einkommen oft nur so gerade fünfstellig wird – aufs ganze Jahr gerechnet. Jetzt hat er noch einmal nachgefragt, wie die Stimmung bei den Freien ist angesichts von Konzertabsagen, unterbrochenen Routinen und einem föderalen Flickenteppich unterschiedlichster Hilfsprogramme.

Corona heißt in der Musik auch die Fermate, in der ein Ton oder eine Stille beliebig verlängert werden kann. In den Theatern und Konzertsälen, Festivals und Clubs begann die Stille zuerst, dort wird sie zuletzt enden – irgendwann. Auch wenn erste kleine Schritte zu kleinen Hörer:innenschaften wieder möglich werden, ist ein »Normalzustand« in weiter Ferne; für viele freie Musiker:innen geht es jetzt erst richtig ans Eingemachte. »Mit voller Wucht«, so kürzlich das Handelsblatt, »traf die Pandemie die freien Kulturberufe, drei von vier Berufstätigen leiden unter der Krise stark oder sehr stark.« Wer mit brutto 13.600 Euro im Jahr – laut KSK der Durchschnittswert bei Klassik-Interpret:innen – schon vorher nur knapp über die Runden kam, blickt auf Ketten von Absagen bis hinein in ein bestenfalls nebelhaftes 2021 und muss sogar erwägen, den beruflichen Lebensinhalt aufzugeben: die Musik…

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© VAN, 24.6.2020

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