„Twittering Machines“ und „Tipping Point“ von Kathy Hinde

Die Künstlerin greift in ihren audiovisuellen Arbeiten Phänomene der Natur auf, um die Beziehung zwischen Menschen, anderen Lebewesen und den Ökösystemen der Erde zu erforschen.

„Twittering Machines“
Auf einem Plattenspieler dreht sich eine Vinylplatte mit der Aufnahme von John Keats „Ode an eine Nachtigall“, übersetzt in Morsezeichen. Andere Geräusche beginnen, die Übertragung zu stören, machen die Entzifferung fast unmöglich und unterbrechen das Gedicht von Keats. Die Echos und Pieptöne des Morsecodes verschmelzen mit Sounds von zerbrochenen Spielzeugklavieren, Vogelimitationspfeifen, verzerrten Feldaufnahmen, Klangschalen, gefundenem Vinyl und anderen Klangobjekten.

Eine poetische Reflexion über den fragilen Zustand der Vogelpopulationen, deren geeignete Lebensräume seltener werden, auch weil der Klimawandel die Jahreszeiten durcheinanderbringt.

Diese Radioversion der britischen Künstlerin Kathy Hinde basiert auf einer audiovisuellen Live-Aufführung gleichen Titels. Mit maßgeschneiderter Software von Matthew Olden.
Kathy Hinde erhielt für Twittering Machines bei den Ivors Composer Awards 2020 den Ivor Novello Award in der Kategorie Klangkunst.

Tipping Point – Radioversion
Tipping Point ist eine Installation, die aus einer komplexen Kombination von Glas, Wasser, Audio-Feedback und Beleuchtung besteht. Zwölf mit Wasser befüllte Glasgefäße sind paarweise angeordnet. Sie werden durch eine Mechanik und eine Computersoftware ausbalanciert, die das Mikrofon-Feedback reguliert, das durch die akustischen Eigenschaften der Gefäße erzeugt wird. Während sich ein Glas füllt, leert sich das gegenüberliegende. Der Wasserstand in jedem Glas regelt die Tonhöhe des akustischen Feedbacks und die Helligkeit der Lichter im Inneren.
Wenn alle zwölf Gläser mitschwingen, entsteht eine vielschichtige, chorische Textur, während ein Solo oder Duett klagende auf- und absteigende Skalen offenbart. Der „Kipp-Punkt“ ist eine Metapher, die sich auf die Verschiebung des Wasserspiegels und die möglichen Folgen eines Ungleichgewichts im Wassersystem der Erde bezieht.

Tipping Point bildet sowohl eine skulpturale Klanginstallation als auch die Grundlage für eine Live-Performance, bei der Kathy Hinde alle Aspekte der Installation live steuert. Sie arbeitet mit einer Reihe von Gitarrenpedalen, um die Tonhöhe zu verändern, verschiedene Frequenzen zu akzentuieren und Hall und Verzerrung hinzuzufügen, um die Klanglandschaft zu einer immersiven Komposition zu erweitern.

Tipping Point war eine Zusammenarbeit mit John Rowden vom Scientific Glass Workshop in der School of Physics an der University of Bristol mit einer von Matthew Olden entwickelten Software. Eine Auftragsarbeit von Cryptic für die Sonica 2014 in Zusammenarbeit mit Cove Park.


http://xb4160.xb4.serverdomain.org/Musik/Ein-etwas-anderes-Vogelgezwitscher.mp3

Besonderen Dank an Joe Aichinger und dem Team von Klangraum Krems für die Organisation dieser Ausstellung und Live-Performance für das Glatt & Verkehrt Festival 2017.
Tipping Point erhielt eine ehrenvolle Erwähnung für den Prix Ars Electronica Digital Musics and Sound Art 2015.

© Ö1, Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio, 24.1.2021

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: