Viele Einflüsse kommen in der unorthodoxen Musik Lucian Bans zusammen. Prägende Höreindrücke bekam er als kleiner Junge in einem entlegenen Dorf im Herzen Transsylvaniens, in der Gegend, in der einst Béla Bartók seine Quellenforschung betrieb. Heute ist er ein international gefeierter Jazzmusiker.

Mit Karl Lippegaus

Während seines klassischen Studiums in Bukarest lauschte Lucian Ban heimlich Jazzplatten – was ihm den Status eines politischen Dissidenten verlieh. Sein wichtigstes Medium, um an seine vielfältigen Hörerfahrungen anzuknüpfen, wurde das Klavierspiel – in eigenen Bands und kammermusikalischen Besetzungen. Besonders fruchtbar: seine Duoarbeit,  etwa mit dem Bratschisten Mat Maneri oder dem Saxofonisten Alex Harding. Als Komponist im Jazz nahm er sich rumänische Volksmusik-Themen und die Werke des Komponisten George Enescu vor. Sein Album „Enescu Re-Imagined“ wurde von der internationalen Kritik gefeiert. 2019 tourte Ban mit seiner Jazzversion einer Enescu-Oper durch Europa. Vor 20 Jahren zog es den heute 50-jährigen nach New York, wo er sein Wissen über Jazz vor Ort an der New School University vertiefte. In der Folge entstand fast jedes Jahr ein Album, das Lucian Bans großes Können als Pianist mit eigenen Werken zeigt.

© Deutschlandfunk, Jazzfacts, 26.3.2020

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