Der Tenorsaxofonist und Klarinettist Tobias Delius im Porträt
Von Niklas Wandt

Geboren in Oxford, in Nordengland und im Ruhrgebiet aufgewachsen, in Amsterdam musikalisch verwurzelt, in Berlin wohnhaft: Die Lebensstationen von Tenorsaxophonist, Klarinettist und Komponist Tobias Delius spiegeln die stilistische Breite seines Spiels, in dem die gesamte Tradition beider Instrumente abrufbereit scheint. Delius weiß Brüche und fliegende Wechsel mit einem Sinn fürs Sardonische, Absurde zu gestalten – eine Ästhetik, die er mit seinen längsten Bandleadern teilt: Pianist Misha Mengelberg und Drummer Han Bennink. Ihnen begegnet er zunächst in kleineren Formationen, 2005 wird er Mitglied in deren ICP Orchestra. ICP steht für „Instant Composers‘ Pool“ und umreißt damit die Arbeitsweise dieser großen Formation wie auch Delius‘ eigener Bands, in denen er mit seinen Mitmusikern zwischen freier Improvisation, komponierten Fetzen Hardbop, Bossa Nova, Neuer Musik, Marschmusik und vielem mehr agiert.

© SWR 2, SWR 2 Now Jazz,3.12.2015,