„The Witch Doctor“ Art Blakey´s Jazz Messengers im Café Bohemia New York

Der Klang von Trommeln ist der Herzschlag des Jazz. Eine dröhnende Marschkapellen-Basstrommel bildete das Fundament der frühen Jazzstile. Im Zuge der Entwicklung öffneten die Schlagzeuger ihr Spiel, um auf die improvisierten Rhythmen der Solisten reagieren zu können.

Mit  Hans W. Ewert

Aus dem gleichmäßigen Tanzbeat des Swing wurden die provokant betonten Offbeatsdes Bebop, wurde der Beat der Becken verstärkt und bewusst irreguläre Akzente gesetzt.

Einer der faszinierendsten und explosivsten aus dem Bebop hervorgegangenen Schlagzeuger war der Afro-Amerikaner Art Blakey (1919-1990). Er betrat in den 1940er Jahren die Szene, als die Glitzerwelt des Swing von jungen BebopStarswie Dizzy Gillespie, Charlie Parker und Thelonious Monk erschüttert wurde. Blakey entwickelte ein Reservoir explosiver Snare-Drum-Wirbel und vorantreibender Akzente , sowie einen dynamischen Beckenbeat, der so viele Farben in sich barg wie ein ganzes Ensemble von Melodieinstrumenten in anderen Bands. 1954 formierte er mit dem Pianisten Horace Silver die erste Ausgabe der >Jazz Messengers<, die zur lebenden Definition des Hard Bopwurde und zum Sprungbrett einer Vielzahl bedeutender Talente wie Freddie Hubbard, Kenny Dorham und Wayne Shorter.

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Bis zu seinem Tod kämpfte Blakey für die allgemeine Anerkennung des Jazz und förderte unermüdlich junge Talente. „Erzählt euren Spießerfreunden von uns“, rief er dem Publikum in den Clubs zu, „ich fände es schrecklich, wenn ein menschliches Wesen durchs Leben ginge und diese Musik verpassen würde.“
WDR 3 Jazz mit einer Konzertaufnahme von 1955 aus dem Café Bohemia in New York und einem Portrait des Schlagzeugers, von Hans W. Ewert.

Playlist PDF

© WDR 3, Jazz & World, 7.5.2018

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