Rockmusiker, die nur ihr Ding machen wollen und in den Fokus der Politik geraten: Die Geschichte der tschechischen Band „The Plastic People of the Universe“, deren Fall die Charta 77 mit initiierte, ist ein wichtiges Kapitel der Gegenkultur in Osteuropa.

Von Zuzana Jürgens und Niels Beintker

Rockmusik ist, wenn sie gut ist, subversiv. Manche aber ist noch subversiver. Etwa die der tschechischen Band The Plastic People of the Universe, die im September 1968 vom Prager Bassisten Milan Hlavsa gegründet wurde, ein paar Wochen nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ durch die Armeen der Warschauer Pakt-Staaten.

 

Inspiriert durch Zappa und The Velvet Underground

Die Plastic People of the Universe waren inspiriert von der Musik von Frank Zappa, den Fugs und The Velvet Underground. Sie coverten zunächst die Songs ihrer Vorbilder, dann sangen sie auf Tschechisch und vertonten etwa Gedichte des verbotenen Lyrikers Egon Bondy. Sie weigerten sich, die Vorgaben der kommunistischen Funktionäre anzuerkennen und spielten laut an gegen die neue Schockstarre in der Diktatur. Schließlich wurden sie von der Staatsmacht dorthin verbannt, wo sie, aus Sicht des Husak-Regimes, hingehörten: in den Untergrund. Dort freilich konnten die Musiker die Musik machen, die sie wollten, wenn auch unter zunehmend schwereren Bedingungen.

„Wir hatten absolut kein Interesse, uns politisch zu engagieren. Die Behörden haben aus uns ein Politikum gemacht. Uns ging es allein um die Musik. Wir wollten so spielen, wie es uns gefällt. Wir wollten die Aufnahmen machen, die uns wichtig waren. Es stimmt, in einigen Texten gibt es ein paar kleine Stellungnahmen. Aber wir wollten nicht in die Politik eingreifen. Wir wollten einfach spielen.“ 

 

Band-Mitglied Josef Janíček im radioThema

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© Bayern 2, Nachtstudio, 24.11.2016

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