Wir alle haben eine Nationalität, oder zumindest die meisten von uns. Das Drama „Status“ des britischen Autors Chris Thorpe, mit dem er den begehrten „Fringe First Award“ gewann, befragt darin sich und seine Zuhörer, ob man diese nationale Zugehörigkeit einfach ablegen kann, wenn man sich über die Politik und/oder gesellschaftliche Entwicklungen im eigenen Land ärgert.

Kann man einfach irgendwo anders hingehen und seine Zugehörigkeit wie einen Anzug ausziehen – ist das nur eine Frage des eigenen Willens? Kann man sich vielleicht so dem ewigen Kampf der Nationen um Grenzen und Abgrenzung entziehen? Die weltumspannende Flucht von seinem Heimatland England führt den Autor über Deutschland, nach Amerika, dann ins turbokapitalistische Singapur und schließlich über Frankfurt zurück nach England. In realen und surrealen Begegnungen wird die Frage, was heute nationale Identität bedeuten kann, immer wieder neu ausgelotet: Braucht Dein Land Dich oder Du Dein Land?

Im Stile eines Road Movie, mit der live singenden und E-Gitarre spielenden Schauspielerin Paulina Alpen, erlebte Status am Staatstheater Mainz seine deutschsprachige Erstaufführung unter der Regie von Jana Vetten. Marlene Breuer hat diese Inszenierung nun fürs Radio adaptiert.

 

CHRIS THORPE, Der aus Manchester stammende Autor und Performer ist neben zahlreichen Kooperationen mit dem Unlimited Theatre, der Performancegruppe Third Angel, der BBC und dem Belarus Free Theatre auch als Musiker und Übersetzer tätig. Mit dem Theaterstück „Status“ gewann er 2018 den „Fringe First Award“ des „Edinburgh Fringe Festivals“.

© HR 2, The Artist’s Corner, DRAMAjetzt!, 20.4.2019

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