Für Jazzer zu punkig, für Popfans zu frickelig, für Noise-Apologeten zu gediegen – trotzdem haben The Necks viele Fans. Ein Porträt aus Anlass des neuen Albums „Three“

Als Tony Buck an diesem späten Aprilnachmittag auf dem Bildschirm im Videochat auftaucht, entschuldigt er sich als Erstes. „Ich habe die Zeit ein bisschen vergessen“, sagt er, „deshalb die Verspätung, sorry.“ Er habe in seiner Arbeitswohnung an ein paar Sachen herumexperimentiert und nicht auf die Uhr geschaut. Genau dort, in einem ehemaligen Laden im Lichtenberger Kaskelkiez, sitzt er nun auch vor dem Laptop, umgeben von einem Drumkit, Gitarren und anderen Instrumenten. Mit einem Kameraschwenk gibt er eine kurze Proberaumführung.

Zwischendurch greift er sich eine Laute und schabt mit einem Metallteil über die Saiten, um einen Eindruck zu vermitteln, wie er arbeitet. Es zirpt, quietscht und fiept. Tony Buck ist Perkussionist und Gitarrist der aus­tralischen Band The Necks, die zu den renommierten Experimentalbands zählt. Seit fast 34 Jahren macht das Trio zusammen Musik, kürzlich ist mit „Three“ das 21. Album erschienen. Eingespielt haben sie die drei neuen Stücke – jedes dauert gut zwanzig Minuten – Anfang des Jahres in Sydney. Bucks zwei Bandkollegen, Pianist Chris Abrahams und Kontrabassist Lloyd Swanton, leben in Australien. Buck verbringt die ersten Monate des Jahres oft in Down Under, dann touren sie mit The Necks und nehmen Musik auf….

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© TAZ, Kultur, 16.4.2020

 

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