Wer tagsüber durch die Kölner Innenstadt geht, weiß, dass die Hohe Straße und Schildergasse auf Platz fünf und zwei der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands liegen. Nun sieht es anders aus. Vereinzelte Gruppen schleichen durch die City, kaum ein Laden hat geöffnet. Noch verlassener sieht es im angrenzenden Griechenviertel aus. Es ist menschenleer. Hier hat der international bekannte Plattenladen A-Musik seinen Sitz.
Interview von Lars Fleischmann

Sowohl KölnerInnen als auch Touristen schätzen das Sortiment, das auf Kunst-Musik und Avantgarde (von Free-Jazz bis Doom) spezialisiert ist. Angeschlossen ist ein Lager für das Label A-Musik, den Mailordervertrieb und die Distribution verschiedenster Label. A-Musik existiert seit 1995, und wird heute von Georg Odijk und Frank Dommert geleitet. Sie lassen ihren Laden momentan geschlossen, eine Krisensituation, die sie mit vielen renommierten Plattenläden wie Optimal in Münchnen und Hanseplatte in Hamburg teilen.

taz: Der Laden hat zu.

Georg Odijk: Die Lage ist verwirrend. Die Kanzlerin sagt: Lasst die Läden zu. NRW-Mi­nis­ter­präsident Armin Laschet sagt: Wir setzen das um. Aber ganz klar ist es nicht, welcher Laden aufmachen darf und welcher nicht. Es gibt kein Verständnis für das Zögern von unserer Seite.

Ist die Unklarheit eine zusätzliche Belastung gerade?

Odijk: Wir haben geschlossen. Isolation scheint momentan die einzige Möglichkeit, den Virus einzudämmen. Hygienemaßnahmen wie Desinfektion sind in einem Plattenladen faktisch nicht umzusetzen.

Was machen Sie dann jetzt im Laden?

Frank Dommert: Der Mail-Order-Versand läuft weiter; wir haben genug zu tun. Wir machen das weitestgehend als Zwei-Mann-Betrieb; Aushilfen bleiben jetzt zu Hause…

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© TAZ, Kultur, Musik, 20.3.2020

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