Anfangs ist es, als könne man in Zeitlupe verfolgen, wie diese drei Schweizer Musiker ihren Song aufbauen. Andi Schnellmann schlägt sieben Takte lang einen tiefen Basston an, macht dann mit einer schneller gespielten Tonfolge einen überraschenden Schlenker.  Von Jens Uthoff

David Meier frickelt sich unterschwellig mit Snare- und Hi-Hat-Sounds warm, in Erwartung, endlich Fahrt aufnehmen zu können. Manuel Troller kommt derweil mit der E-Gitarre dazu, erst schlägt er einzelne Töne an, bis sich nach und nach repetitive Muster bilden. Wir haben inzwischen die Vier-Minuten-Marke überschritten, und zack, anschnallen, jetzt geht’s richtig los.

So in etwa funktioniert „209 Aphelion“, der Auftaktsong des fünften Albums („5“) von Schnellertollermeier. Das Trio dieses Namens, das heute in Luzern zu Hause ist, hat sich 2006 gegründet, den Bandnamen haben sie dabei in freier Improvisation aus ihren Nachnamen zusammengebastelt.

Sie debütierten 2008 mit „Holz“; die jüngsten drei Alben erschienen beim Washingtoner Label Cuneiform Records, einer feinen Adresse für abseitige Musik.

© TAZ, Kultur, Musik, 6.1.2020

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