In Musik gefasstes Empowerment: „Untitled (Black is)“ von der britischen Band Sault ist das antirassistische Protestalbum der Stunde. Falls man momentan nur ein Album hören wollte, dann sollte es dieses sein: „Untitled (Black is)“ der britischen Band Sault. Das ist der passende Soundtrack für diese Wochen, diese Monate, dieses Jahr, in dem Wut lauter geworden ist, so laut, dass sie in den Köpfen nachhallt.

Die Wut der Schwarzen nach dem gewaltsamen Tod George Floyds, die Wut der Schwarzen, die auch die anderen, auch die Weißen wachrüttelte und auf die Straßen treibt, die dafür sorgt, dass blonde Teenager Black-Lives-Matter-Transparente auf Demonstrationen tragen, dass koloniale Denkmäler gestürmt werden, nicht nur in den USA, dass offen über Polizeigewalt wie strukturellen Rassismus diskutiert wird, nicht nur in den USA, und dass dabei vermehrt denen zugehört wird, die zu beidem ihre Erfahrungen haben.

Sault ist eine britische, keine US-Band – und ein Mysterium. Mitte Juni spielte DJ Gilles Peterson „Untitled (Black is)“ in seiner BBC-Radiosendung, noch bevor es irgendwo sonst jemand hatte. Und zwar – allein das spricht schon Bände – komplett. Als den „ersten Klassiker der Ära der,Neuen Realität’ “ bezeichnete Peterson das Album vorab auf seinem Twitter-Account…

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© TAZ, Kultur, Musik, 5.7.2020

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