Der Berliner Senat hat das Nachtleben gestoppt, um eine schnelle Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wie gehen Clubs mit der Zwangspause um?

Die „Tennis Bar“ im Westberliner Bezirk Neukölln, ein typischer Ort im Kiez um die Flughafenstraße: Oben Kneipe, unten, im Keller, ist Platz für einen Dancefloor und Konzerte, ein Hotspot der Do-it-yourself-Musikszene. Bis zum Freitag letzter Woche: „Wir hatten da ein Karaoke-Event geplant. Und die Vorstellung, dass 200 Menschen ins gleiche Mikrofon singen: Na ja“, sagt Betreiber Ryan Rosell. Also kam man „aus ethischen Gründen“ der Senatsentscheidung zuvor und schloss die Türen schon 24 Stunden früher. Jetzt lebt Rosell selbst in der Bar, weil sie größer ist als seine Wohnung.

Da die Sommermonate traditionell schlechter laufen, weil die „Tennis Bar“ keinen Garten besitzt, hat Rosells Betrieb ohnehin Geld zurückgelegt. Fürs Erste fühlt er sich gewappnet. Mit den beiden Angestellten, die auf das Geld von Barschichten angewiesen sind, hat er als Erstes geredet: „Wir haben einen Punk-Deal gemacht: Wenn sie wirklich Geld brauchen, melden sie sich, und wir überlegen uns gemeinsam eine Lösung.“ Die „Tennis Bar“ fährt damit noch vergleichsweise gut….

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© TAZ, Kultur, Musik, 24.3.2020

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