Der Detroiter Produzent Moodymann überzeugt mit seinem neuen Album „Taken Away“. Er bringt afroamerikanisches Musikerbe in eine Dancefloor-Gegenwart.

Es liegt immer etwas im Argen in der Musik von Moodymann. Aber deshalb allein ist sie nicht cool. Sie ist cool, weil sie dem Coolen das Schmerzende und diesem Schmerz den Soul gegenüberstellt. Und weil Moodymann diese Gegensätze nicht einfach in Wohlgefallen auflöst, sondern vorantreibt und in jeder Sekunde dabei glänzt. Vor Kurzem hat Moodymann, bürgerlich Kenny Dixon Jr., ein neues Album veröffentlicht: Es heißt „Taken Away“ und zählt genauso viele Tracks, wie Moodymanns Heimatstadt Detroit von Stadtautobahnen durchschnitten wird: zehn.

Da ist der bluesig-konzise Auftakt „Do Wrong“, bei dem der Vortragende mit schläfriger Stimme einer Verflossenen noch ein paar Takte sagt: Sie sei immer willkommen gewesen, bis sie anfing, nach jemand anderem zu riechen. Da reicht es ihm: „I even wrote you this song / You still wanna do wrong“. Der Protagonist leidet, aber er akzeptiert sein Schicksal und reagiert eben nicht wie ein verwundetes Männchen mit häuslicher Gewalt: „I guess the devil’s at work / You got me back to church“…

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© TAZ, Kultur, Musik, 11.6.2020

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