Momentan können selbst scheinbar unbedeutende Meldungen maximale Wirkung entfalten: „In Moers fand über Pfingsten ein Festival statt“, wäre im Normalfall Frühsommeralltag. Durch die Coronapandemie wurde das Moers Festival, das 2020 zum 49. Mal angesetzt war, unter besonderen Umständen veranstaltet. Da Konzerte momentan rar gesät sind, die meisten Festivals über die Sommersaison abgesagt wurden, ist Moers einen anderen Weg gegangen.

Von Lars Fleischmann

Der künstlerische Leiter Tim Isfort und sein Team haben das Festival über die Bühne gebracht: Dafür gibt es viele Gründe, unter anderem – wohlgemerkt – wirtschaftliche: „Eine komplette Absage wäre teurer geworden, eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich“, hieß es. Fördergelder etwa seien zweckgebunden und nicht umzuwidmen oder gar ins kommende Jahr zu schieben.

So waren die vier Tage des Moers Festivals eine Gratwanderung: Mehr als bloß ein Stelldichein der internationalen Improv- und Jazzszene, wofür Moers immer schon Treffpunkt war, sondern Testballon und Leuchtturmprojekt eines ganzen Wirtschaftszweigs: Kann man in Zeiten von Corona etwas realisieren, das sich nicht schwermütig, steril oder lustlos präsentiert, sondern stimmungsvoll auf und vor der Bühne wirkt?…

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© TAZ, Kultur, Musik, 4.6.2020

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