Die isländische Cellistin Hildur Guðnadóttir ist für ihren Soundtrack zu „Joker“ für den Oscar nominiert, die Musik der Serie „Chernobyl“ führt sie nun beim Berliner CTM Festival auf. Hier spricht sie über den abenteuerlichen Aufnahmeprozess.

taz am wochenende: Frau Guðnadóttir, Sie haben sowohl für die Musik zur TV-Serie „Chernobyl“ als auch zu „Joker“ Preise gewonnen, die Musik zu „Joker“ ist sogar für einen Oscar nominiert. Was bedeutet es für Sie, Filmmusik zu kreieren?

Hildur Guðnadóttir: Filmmusik ermöglicht es einem, auf eine völlig andere Art und Weise zu arbeiten, die man vorher nicht in Erwägung gezogen hätte. Wie bei „Chernobyl“. Ohne „Chernobyl“ hätte ich wahrscheinlich nie die Möglichkeit bekommen, in ein Kraftwerk zu gehen, wir haben dafür ein Schwesterkraftwerk von Tschernobyl in Litauen besucht – ein Atomkraftwerk gleicher Bauart. Filmmusik öffnet die Türen für eine Menge musikalischer Experimente. Mich nur darauf zu konzentrieren, wäre mir aber zu wenig. Die vergangenen Jahre waren sehr filmintensiv, davon möchte ich ein bisschen wegkommen. Eigentlich bin ich Performerin. Es ist mir sehr wichtig, live aufzutreten. Dafür möchte ich mir wieder mehr Zeit nehmen und ich will ein neues Soloalbum aufnehmen. …

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© TAZ, Kultur, 25.1.2020

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