Das Echo auf den Tod von Kraftwerk-Superhirn Florian Schneider war immens. Er verkörperte gleichsam den reinen Experimentiergeist der Band.

Selbst das Ende wird noch zum Teil der Kraftwerk’schen Mythenmaschine: Erst nach tagelanger Gerüchteküche wurde vergangenen Mittwoch der Tod von Florian Schneider bestätigt. Das internationale Echo auf sein Ableben war immens: Von Hamburg und Berlin bis München, von New York und Detroit bis London und Manchester huldigte man dem Mitbegründer der „industriellen Volksmusik“, wie Kraftwerk ihre elektrifizierte Krautrockabspaltung nannten.

Für die britische ­Tageszeitung Guardian war die Nachricht front-page news, auf der Website des Londoner Labels Mute erinnert sich Label-Gründer Daniel Miller seines Freundes, und in den sozialen Medien verbeugte sich Mike Banks im Namen von Underground Resistance samt der Detroiter Techno-Gemeinde. Konsens über die bahnbrechende Bedeutung von Schneiders Lebenswerk herrschte allenthalben selbst in den deutschen Feuilletons, die seinen Nachrufen weit mehr Platz einräumten als den Aktivitäten von Kraftwerk während der letzten zehn Jahre…

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© TAZ, Kultur, Musik, 12.5.2020

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