Eine Compilation mit jiddischen Jazz- und Folksongs bringt uns die versunkene radikale Welt des Londoner East End näher. Sie fließt wie ein DJ-Set.

Von Robert Miessner

„Deine Schellacks, Mensch, wo hast’n die her?“ „Darling, von da, wo ihr eure Flugblätter drucken lasst. Die sind übrigens nicht verkehrt.“ So könnte sie angefangen haben, die Unterhaltung zweier BewohnerInnen aus dem Londoner East End in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, irgendwo zwischen den Vierteln Bethnal Green und Whitechapel. Denn dort, in der Straße Brick Lane 138, befand sich die Druckerei Weinberg’s, spezialisiert auf Jiddisches und Gewerkschaftsmaterialien.

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Aus den 1920er Jahren hat sich eine Annonce erhalten, die unter der Abbildung eines prächtigen Plattenspielers einlädt: „Buy your Gramophone or Records from Weinberg’s. The largest selection in stock.“ Der Großteil des Anzeigentextes ist aber in Hebräisch gesetzt, und da steht: „Music is the Most Beautiful Language in the World.“ …

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© TAZ, Kultur, 29.4.2020

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