Die Band AlNamrood spielt regierungskritischen Black Metal in Saudi-Arabien und wird im Netz gefeiert. In der Monarchie droht ihnen die Todesstrafe. Sie könnten Stars sein. Vorreiter ihrer Zunft, gerühmt für ihre Musik, ihren Mut, ihre Mission. Sie könnten dreckige Bars und große Hallen füllen, in denen ihr Publikum in Walls of Death ekstatisch aufeinander zustürmt.

Von Christopher Resch

AlNamrood ist die erste Black-Metal-Band in Saudi-Arabien, vielleicht die berühmteste, aber sicher die provokanteste. Das Problem an der Sache: Auf ihre Musik steht im Königreich die Todesstrafe.

„Was uns antreibt? Die Unterdrückung der Menschen durch die Religion“, sagt Mephisto, Gitarrist und Bassist der Band. „Wir kritisieren Politik, Nationalismus, Klassizismus, Ideologiehörigkeit, soziale Ungerechtigkeit. Aber das Hauptproblem in Saudi-Arabien ist ein Islam, der uns als politisches System verkauft wird und uns von Beginn an in den Rachen gepresst wird.“ Den Musikern ist vollkommen bewusst, dass sie mit dieser Haltung in Saudi-Arabien kein einziges Konzert spielen können, niemals. Im Internet werden sie dafür gefeiert: Mehr Black Metal zu sein als sie gehe gar nicht.

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© TAZ, Kultur, Musik, 30.6.2020

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