Ein Album von Keith Jarrett weckte das Interesse von Anouar Brahem, am Jazz. Traditionell war die arabische Kurzhalslaute Oud, das Instrument des Musikers aus Tunis, vor allem zur Begleitung von SängerInnen verwendet worden, doch bald wurde Brahem zu einem der wichtigsten Musiker, die den Oud als gleichberechtigtes Soloinstrument im Jazz verwendeten.

Mit Karl Lippegaus

Besonders in Kombination mit dem Klavier entstand ein neuer Klang, dem Anouar Brahem seit nunmehr vielen Jahren nachspürt. Zu seinem 60.Geburtstag hätte er sich und uns kein schöneres Geschenk machen können als das Album „Blue Maqams„, das er mit einer veritablen Jazz-Rhythmusgruppe aufnahm; es entstand in New York in Zusammenarbeit mit dem Bassisten Dave Holland, mit dem er vor zwanzig Jahren das Album „Thimar“ aufnahm. Neu war für Brahem die Begegnung mit Hollands langjährigem Weggefährten Jack DeJohnette und mit dem Pianisten Django Bates.

Alle drei inspirierten Anouar Brahem zu den spannendsten Soli, die man bislang von ihm gehört hat. Der künstlerische Erfolg dieses Experiments bemisst sich daran, wie die relativ junge Kunst des Jazz sich mit den uralten Improvisationstechniken der arabischen Musik vermischt, wobei Brahems Laute hier ihre besondere Poesie auf neue Weise entfaltet.

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© WDR 3, Jazz & World, 23.10.2017

2 Comments

  1. Die Musik von Anouar Brahem ist schon was besonderes. Und im Zuge der aktuellen Diskussion um das öffentlich – rechtliche Radio muss ich sagen. Die privaten Radiosender in Deutschland würden so etwas nie spielen. Jedenfalls kenne ich keinen privaten Radiosender der das macht. Oder ?

    portfuzzle

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