Bertolt Brecht lebte einige Jahre im Exil in den USA – in Santa Monica nahe Hollywood. Anders als viele seiner deutschen Kollegen schaffte er es nicht, in den USA und Hollywood Fuß zu fassen. Er blieb Zweifler und Außenseiter.

n den 40er Jahren, auf der Flucht vor Hitler, kommen deutsche Autoren und Künstler an den Ort, an dem selbst der Himmel eine enorme Reklame für alles ist: Hollywood. Auch Bertolt Brecht verschlägt es in die Bilderfabrik. Sein Kommentar: „Ein Tahiti in Großstadtform, ich fühle mich wie aus dem Jahrhundert herausgenommen.“ Die Glamour-Film-Welt befremdet ihn. Eine neue historische Erfahrung für den Dichter, den der Marschschritt der Geschichte zur Seite getreten hat, wie er es empfand: Die Narkose hat eingesetzt, aber der Eingriff wird nicht stattfinden. Das Hörspiel setzt in einer Collage aus Musik, Text und Geräusch die Überlieferung von Brechts Zeit in den USA in einen neuen Kontext.

Der Hörspielmacher Edgar Lipki starb vor einem Jahr, am 23.09.2019. Das WDR Hörspiel erinnert an einen, der fehlt.

© WDR 3, Hörspiel, 20.9.2020

„talking exile“ Collage über Bertolt Brechts Zeit in Hollywood

Von Edgar Lipki
Musik: Christoph Gathmann
Technische Realisation: Christoph Gathmann
Regie: Edgar Lipki
Dramaturgie: Martina Müller-Wallraf
Produktion: WDR 1998

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