SZ: Für Jan Erik Kongshaug „Der gerechte Ton“ Von Thomas Steinfeld

Der Toningenieur Jan Erik Kongshaug ist tot. Sein Name ist nicht nur mit Hunderten von Alben verbunden, die er für das Jazz-Label ECM aufnahm, sondern auch mit einem Sound, der längst einen eigenen Namen hat: der „nordischen Klang“.

Ein Toningenieur ist ein Mensch, der hinter einem Mischpult sitzt. Vor ihm befindet sich ein Gerät mit Hunderten Reglern, mit denen sich die Lautstärke und, in gewissen Grenzen, auch der Klang einer Stimme oder eines Instruments regulieren lässt. Es ist der Toningenieur, der die Mikrofone auswählt und platziert, der mithilfe des Halls (es gibt Dutzende Möglichkeiten, einen Hall zu produzieren) eine Illusion von Räumlichkeit schafft. Er ist es, der das Klavier stimmen lässt und die Saal-Akustik bedenkt. Er ist es, der, nach Anweisung des Produzenten oder der Musiker, für einen bestimmten Klang sorgt. Deshalb werden Toningenieure selten berühmt. Eine Ausnahme war der norwegische Toningenieur Jan Erik Kongshaug. …

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© Süddeutsche Zeitung, 7.11.2019

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