Hätten Fela Kuti und Harry Belafonte in einem ghanaischen Fischerdorf eine Ode an die Menschheit aufgenommen – sie hätte geklungen wie das neue Album der jungen Band „Santrofi“.

Es folgen Auszüge aus dem Text von Jonathan Fischer.

Da kommt eine junge Band wie Santrofi umso überraschender. Eine Truppe die auf ihrem Debutalbum „Alewa“ (Outhere Records) mit melodiösen Gitarrenriffs, leichtfüßiger Percussion und Harmoniegesängen einerseits so klingt, als hätte sie bereits in den 60er Jahren die Highlife-Clubs animiert, zu denen damals Stars aus ganz Afrika wie Fela Kuti, Orlando Julius oder Hugh Masekela pilgerten.

Ein Glücksfall, dass das britische Label BBE gerade zwei historische Afrobeat-Alben wiederveröffentlicht, die selbst Kenner des Gesamtwerks von Fela Kuti und Tony Allen mit ein paar unerhört tighten wie ungewöhnlichen Arrangements überraschen dürfte: „The Tabansi Studio Band Vol. 3“ (BBE) vereint zwei ursprünglich in den späten 70er und frühen 80ern erschienene Aufnahmen.

Gerade das Rohe und Brutale an dieser Musik überzeugt. „Die beste Band auf Erden“ jubelte das amerikanische Popzine Quietus. Live ist Nihiloxica sicherlich eine halluzinogene Erfahrung. Bis das Ensemble wieder auf Festivals und Clubs die Zukunft der neuen afrikanische Elektronik predigt, sollte man sich diese Aufnahmen laut und mit Kopfhörern in die Synapsen schießen.

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© Süddeutsche Zeitung, Kultur,Feuilleton, 18.5.2020

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