Schwarz steht für Tod und Melancholie, für Eleganz und Erotik. Schwarz kann auch der Humor sein, der Rausch oder andere Genüsse. Schwarz steht für «the other side», kann transzendent sein, seriös und sinnlich, mächtig oder minimalistisch, verführerisch oder abweisend.

Auch in der Musik wird gerne schwarz getragen. Musik ist die «Kunst der Nacht und Halbnacht», wusste schon Friedrich Nietzsche. «Die Grenzenlosigkeit des Gesichtsraumes ist am klarsten, wenn wir nichts sehen, bei vollständiger Dunkelheit». Womit Ludwig Wittgenstein ins Schwarze trifft, schließlich hören wir am besten, wenn es dunkel ist.

Für viele ist der französische Maler Pierre Soulages ein wichtiges Leitbild. Soulages schwarz-monochromen Bilder gehören zum Radikalsten, was die Kunst hervorgebracht hat. Dabei ist er alles andere als ein „Schwarzmaler“, denn seine Bilder feiern nicht die Finsternis, sondern das Licht, das aus tiefster Dunkelheit kommt. Das schwärzeste Schwarz leuchtet dank des Lichtes im Auge der Betrachter – manchmal in allen Farben.

In Flac:

Klaus Lang »Schwarzes Licht« (2013) für Zither und Ensemble
Georg Glasl, Zither, Symphonieorchester des BR, Ltg Johannes Kalitzke

Mirela Ivičević »Case Black« (2016) für Ensemble und Elektronik
Black Page Orchestra

Julian Eastman »Crazzy Nigger« (1979) für 4 Instrumente
Julius Eastman, Frank Ferko, Janet Kattas, Patricia Martin – Klavier

Alexander Schubert »Sensate Focus« (2014) für elektronische Gitarre, Bassklarinette, Percussion, Geige, Live-Elektronik und animiertes Licht

Force Inc. / Mille Plateaux »The Ultrablack of Music« (2017)

Moderation: Jim Igor Kallenberg

© WDR 3, Studio Neue Musik, 29.3.2020

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.