Die E-Gitarre hat ein großes klangliches Potential – zwischen Gewalt und Zärtlichkeit. Sie kann Neubauten zum Einstürzen bringen, Flugzeuge samt Nationalhymnen, à la Hendrix, aufheulen und abstürzen lassen, aber auch ganz leise, unendliche feine Töne produzieren.

Die E-Gitarre scheint im klassischen Bereich zunächst wie ein Fremdkörper. Doch fügt sie sich nachweislich gut in das Klangbild der Moderne ein, ja sie bereichert es auf mannigfache Weise. Längst hat sie sich von ihrer Herkunft, Rock und Jazz, emanzipiert, viele Komponist*innnen lieben ihren variablen Sound, der sich mit anderen Klangkörpern bestens mischt und sich auch solistisch gut absetzt. Inzwischen gibt es sogar Solokonzerte, etwa von Tristan MurailLuca Fancesconi oder Juliana Hodgkinson, die das exotische Instrument mit dem klassisch sinfonischen Klangkörper verbinden.

Mit Ausschnitten aus:

Fredrik Zeller „Mal Strom – mal kein Strom“ (1999) für 5 elektrische Gitarren

Pierluigi Billone „OM ON“ (2015) für zwei E-Gitarren

Lois V. Vierk „Go Guitars“ (1981) für 5 elektrische Gitarren

Tristan Murail „Contes cruels“ (2007) für zwei E-Gitarren und Orchester

Yaron Deutsch, Tom Pauwels,
Wiek Hijmans und Seth Josel – E-Gitarre

Netherlands Radio Philharmonic
Ltg Pierre-André Valade

© WDR 3, Studio Neue Musik, 7.6.2020

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