„Just let yourself play“ lautete der Rat den der Pianist Cecil Taylor dem noch jungen Schlagzeuger Sunny Murray, der sich zuvor noch in einem musikalisch relativ orthodoxen Rahmen bewegt hatte – unter anderem in den Ensembles von Jackie McLean und Ted Curson.

Von Harry Lachner

Die Begegnung mit Taylor aber führt ihn zu einer neuen Freiheit der Improvisation, einem neuen Selbstverständnis. Sunny Murray wusste, dass man die Regeln verinnerlicht haben muss, um sie auf überzeugende Weise brechen zu können. Er entwickelte seinen eigenen Stil, befreit von den tradierten Vorstellungen von Rhythmus, befreit auch von der alten Rolle, die einem Schlagzeuger in einem Ensemble zugeschrieben wurde. In Murrays Konzept wurde der Klang seines Instrumentariums, wurden die Energie-Impulse zu einem entscheidenden Mittel, Improvisationen zu strukturieren.Frei fließend und zugleich reflektiert am Bewusstsein formaler Gestaltung. Sunny Murray wurde zum einflussreichsten Schlagzeuger des frei improvisierten Jazz Er starb im Dezember letzten Jahres im Alter von 81 Jahren.

 

 

© SWR 2, NOWJazz, 3.5.2018

Playlist:

Murray/Edwards/Bevan:
I Stepped Onto A Bee Part V/CD: I Stepped Onto A Bee
Sunny Murray/John Edwards/Tony Bevan

Cecil Taylor:
Number One (Take 3)/CD: The Complete Candid Recordings
Cecil Taylor Trio

Albert Ayler:
Ghosts, Second Variation/CD: Prophecy
Albert Ayler

Sunny Murray:
Hilarious Paris/LP: Sunny Murray
Sunny Murray

Jimmy Lyons:
Tortuga/CD: Jump Up
Jimmy Lyons & Sunny Murray Trio

Nelly Pouget:
Ange Barbare/CD: Le Dire
Nelly Pouget

Charlie Parker:
Moose The Mooche/CD: 13# Steps On Glass
Sunny Murray

Sunny Murray:
Three Is A Crowd/CD: Perles Noires Vol. 1
Sunny Murray

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