Die Helden werden alt. Sie schauen zurück, ziehen Bilanz, reflektieren über all die vergangene Zeit. Was bleibt? Wie geht es weiter?

Radiohead haben ein neues Album herausgebracht. Es ist wie immer ein Ereignis: Sie haben Karten verschickt, sich aus dem Internet gelöscht, uns mit Schnipseln, dann mit Videos versorgt und dann, beinahe ohne konkrete Vorwarnung, das Album zum Download angeboten. Die Fangemeinde hat fleißig mitgefiebert, sich im Wettbewerb um die besten Sprüche in den Kommentarspalten überschlagen. So weit, so erwartbar…

Die Antwort ist: Es klingt wie ein Alterswerk. Aber keine Sorge, Radiohead sind in Würde gealtert. Über Allem liegt ein blasser Schleier, unter dem Schleier spielen die Geigen. Die gab es bei Radiohead schon des Öfteren, aber noch nie so konsequent auf Albumlänge. Da zitiert eine Band sich selbst, arbeitet nochmals alles auf, bringt Songs zu Ende, die teilweise schon, wie etwa »True Love Waits«, seit über 20 Jahren auf ihre Fertigstellung warten….

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© Spex, 10. Mai 2016, Steffen Kolberg