Wie schon angekündigt, gibt es hier ein paar Release Tipps. Nur eine kleine Auswahl aus der Flut der Neuveröffentlichungen, für die ich immer noch zu wenig Zeit habe.


Trondheim Jazz Orchestra & The MaXx – Live / MNJ Records MNJLP002

Das ist die Geschichte von Freundschaften die in einem College entstehen und darüber hinaus Bestand haben.
Der Beginn für dieses Projekt ist das Zusammentreffen von 3 jungen Schweden. Oscar Grönberg, Petter Kraft und Tomas Järmyr, welche auf einem College Musik studierten, dabei Ihre Liebe zum Jazz entdeckten und als The MAXx ein Trio gründeten. Stundenlanges Jammen in einem alten deutschen Bunker bei Trondheim lässt ihre Musik jene Qualität erreichen mit der sie 2017 beim Molde International Jazz Festival den Talentpreis gewannen. Die damit verbundene Förderung haben sie genutzt, um ein großes Projekt zu organisieren. Dabei sind alte Bekannte vom College, die im Trondheim Jazz Orchestra spielen, und befreundete Musiker wie der Gitarrist Anton Toorell und der Posaunist Petter Hängsel.
Zusammen sind sie eine musikalisch fesselnde Gruppe geworden, die dieses großartige Konzert entstehen liess.

„…a far reaching orchestra clearly capable of handling anything and everything that’s put in front of it.“

John Kelman on TJO, All About Jazz

Die Ballade, mit der dieser Mitschnitt beginnt, ist ein guter Einstieg. Voller Poesie und Zartheit, sodass die Power die uns später unmittelbar trifft, eine größere Wirkung erzielt. Ja, es ist eine gute und mitreißende Energie die da fließt. Stundenlanges Jammen lässt hier alles wie aus einem Guss klingen und die hervorragenden Solisten lassen die rhythmisch schwierigen Stücke spielerisch leicht klingen. Das Ganze wurde gut abgemischt, so das die hervorragende Sängerin Mia Marlen Berg auch wirklich gut zu hören ist.
Wir nehmen das „Time Taxi“ „…and should be played on a high volume!“. Da schliesse ich mich gerne an.

Toller Querschnitt aus dem Konzert von 2018!

WERL3 /Midira Records

Der Multiinstrumentalist Aidan Baker, der doch am liebsten Gitarre spielt, ist ungeheuer aktiv. Mehrere Veröffentlichungen in einem Jahr sind die Regel, dazu kommen noch unzählige Konzerte.Am bekanntesten dürfte das Duo Nadja mit Leah Buckareff sein. Oder „Whisper Room“ mit Neil Wiernik und Jakob Thiesens. Und das ist nur eine kleine Auswahl.
Gareth Davis an der Bassklarinette ist in der Klassischen und vor allem der Neuen Musik ebenso zu Hause, wie in den Grenzbereichen zwischen Jazz und elektronischer Musik. Ich denke hier vor allem an seine Zusammenarbeit mit Machinefabriek aka Rutger Zuydervelt, die auf vielen Veröffentlichungen zu hören ist.
Der Schlagzeuger Tomas Järmyr der in Trondheim, Norwegen lebt und arbeitet, ist aus der dortigen wie der skandinavischen Szene nicht mehr wegzudenken. Ich denke hier an die Bands wie Motorpsycho, The MaXx, Pet Zoo, The Void Of Expansion oder Yodok.
Auch wenn es das erste Konzert von WERL mit Gareth Davis ist, so hatte Aidan Baker hatte schon mit Gareth Davis zusammen gearbeitet.

Sehr stimmiges und intensives Konzert, welches 2019 beim Moving Noises Festivals in der Christuskirche Bochum (Deutschland) stattfand. Das Gerade unter der Mitwirkung von Gareth Davis ungeheuer gewinnt. Und, was noch viel wichtiger ist, auch noch hervorragend abgemischt wurde. Eine wichtige Komponente, die oft unterschätzt wird, denn was nützt das beste Konzert, wenn es schlecht klingt!
Also Ohren auf und die Lautstärke hoch!


LJUDVÄGG – Transformation LP Lamour Records/Purlieu Recordings

Dass ich die ganze CD gehört habe, hat mich selber überrascht. Im Allgemeinen gebe ich solcher Musik kaum eine Chance. Irgendwas ist es hier anders. Filip Forsström alias Ljudvägg (Wall of Sound)aus Malmö hat diese Überraschung geschafft. Die Musik ist für eine Ausstellung von Anna Kristensson komponiert worden.

Durchschauen
Sich nicht täuschen lassen von
die wahre Natur von etwas erkennen
zu erkennen, zu verstehen
das ist sehen.
Anna Kristensson

Nach den Fotos zu urteilen handelt es sich hierbei um Stoffe, welche trotz aller Strukturen und Motive transparent sind. Hier entsteht eine Wechselwirkung mit der Musik von Ljudvägg, welche fluide und atmosphärisch zu sein scheint.
Eine spannende Kombination. Ich bin gespannt wie es Euch damit geht.


JOHN 3:16 – Tempus Edax Rerum / MC Alrealon Musique ALRN095

Düster, düster wird es bei Philippe Gerber aka JOHN 3:16.
Das könnte gelesen werden als „Evangelium des Johannes 3:16“. Dort steht:
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Luther-Übersetzung)

Sinngemäß lautet der Titel dieser Veröffentlichung „Die Zeit verschlingt alles“. Diese Musik sollte man nicht nachts hören, schon allein wegen der Bässe und der Lautstärke. Ich mag das nicht immer, aber jetzt gerade, passt es ganz gut.

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