Sonntag, Peter Brötzmann, Jazzpodium und „Mind Games“ von Friedhelm Rathjen

Es geschehen noch Wunder, oder? Peter Brötzmann wurde jahrzehntelang von Rundfunkanstalten der ARD ignoriert. Was irgendwie grotesk ist, denn außerhalb von Deutschland wird er als Jazzmusiker geschätzt!
Der lange Marsch, das Durchhalten hat sich letztlich gelohnt. Ich freue mich für ihn.

Wie ihr schon mitbekommen habt, sind alle Sendungen über Peter Brötzmann hier zum Nachhören online.

Bei meinen Recherchen zu Peter bin ich auf ein Jazzmagazin gestossen, das in der letzten Zeit eine wunderbare
Verwandlung erfahren hat: das Jazzpodium. Ich muß zugeben, dass ich dieses Magazin in den letzten Jahren vollkommen
ignoriert habe. Altbacken und mit einem Layout, dass mir Schmerzen bereitet hat.

Und hier kommt die positive Ausnahme: das neue Jazzpodium. Adam Olschewski, der Chefredakteur des Grund-überholten und zu völlig neuer Blüte erwachten „Jazzpodiums“, unterhält sich mit Brötzmann auf fast 20 Seiten über seine Geschichte. Was äußerst lesenswert ist! Natürlich hatte ich mir diese Ausgabe des Jazzpodiums gleich gekauft.
Einmal digital gekauft kann man das komplette Heft online lesen. Und das funktioniert wunderbar.
Also kein weiterer Stapel an Papier, der anwächst 😉

Da haben sie sich richtig Gedanken gemacht.
Zu finden ist dieses Gespräch im Doppelheft 12-20/1-21 auf Jazzpodium.de.



Originalfarben

Von Friedhelm Rathjen bekam ich eine Mail, in der er mir sein neues Buch vorstellt. „Mind Games“ handelt u.a. vom Radiohören und Alan Bangs.

Im Band Mind Games habe ich Arbeiten unterschiedlichster Art versammelt, in denen zur Abwechslung einmal nicht die Literatur im Vordergrund steht, sondern die Musik, ohne daß ich deshalb allerdings die Literatur ganz
aus dem Spiel lasse. Die Arbeiten entstanden aus sehr unterschiedlichen Anlässen und sind deshalb auch in Gestus und Charakter sehr unterschiedlich, gemeinsam ist ihnen aber das Bemühen, hinter Fassaden zu schauen
und über das Offensichtliche hinauszugelangen. Musik ist zum Genuss da, daran hege ich keinerlei Zweifel, aber sie verweigert sich intellektueller Beschäftigung keineswegs, vielmehr lässt sich der Genuss durch jede Art von Beschäftigung, die über das bloße Hören hinausgeht, noch steigern und verfeinern.
In diesem Buch gibt es leider nur Seiten und Zeilen, keine Tonrillen oder Audiodateien, das Hören müssen die Leserinnen und Leser also auf andere Weise bewerkstelligen, außerhalb dieses Buches und auf eigene Faust. Im
Idealfall ist es ein Hören, das nach Lektüre des Bandes um zusätzliche Facetten reicher ist.

Friedhelm Rathjen

Friedhelm Rathjen, geb. 1958, ist ein deutscher Übersetzer, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller sowie Herausgeber der Zeitschrift „Bargfelder Bote“. Studium der Publizistik, Germanistik und Anglistik. Seit 1983 Literaturkritiker. Seit 1989 literarischer Übersetzer (u. a. James Joyce, Herman Melville, Gertrude Stein, Robert Louis Stevenson, Mark Twain). 2007 ist der Band „Vom Glück“ erschienen, der Rathjens Prosa aus den Jahren 1983 bis 1989 versammelt.

Eine Auswahl seiner veröffentlichten Werke findet ihr hier.

Freundlicherweise hat er ein Kapitel für die FOAs freigegeben.
Mich hat beim Lesen gleich die Erinnerung gepackt. Nachts am Radio sitzend und hörend, die Hand an der Bandmaschine. Wie lang ist das schon her?

Für 17,00 Euro kann dieses Buch, das er im Eigenverlag herausgebracht hat, bei Ihm selbst bestellt werden.
Was ich für die bessere Variante halte 😉

Mail an: rejoyce@gmx.de

Edition Rejoyce, 02/2021
Einband: Kartoniert / Broschiert, Paperback
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 9783947261222

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