Ein paar Listen habe ich noch. Jetzt wo wir weiter zu zu hause bleiben dürfen 😉 Haben wir ja auch die Zeit. Das furchtbare daran ist nur der Zeitfaktor. Einmal angefangen schwindet die Zeit dahin wie durch ein schwarzes Loch. Aber für das Entdecken nehme ich das gern in Kauf.

Clemens hat sich für diese große Best Of 2020 Liste sehr viel Zeit genommen, ich sprach letztens darüber und jetzt jetzt ist diese Liste der Listen (https://verhoovensjazz.com/2021/01/03/best-of-jazz-2020-from-newspapers-press/) online. Ob es der Guardian, The New York Times, Jazz.FM, der SWR 2 ist. Hier wird man fündig. Nochmals Respekt für diese Arbeit. Da gehen auch seine Highlights für 2020 (https://verhoovensjazz.com/2020/12/23/jahresruckblick-2020-jazz/) mit durch.

Aber es geht auch anders. Die Freunde von „A Closer Listen“ ((https://acloserlisten.com/) sind schon weiter (wie immer) und dort können wir sehen und hören was uns in den nächsten Wochen erwartet. Das lohnt sich unbedingt. Ich freue mich auf Daniel Bjarnason mit dem Iceland Symphony Orchestra „Occurance“ und seinem Violin Konzert. Seit gestern ist auch die Vorschau für die Rock, Post-Rock, Folk & Jazz (https://acloserlisten.com/2021/01/08/2021-winter-music-preview-rock-post-rock-folk-jazz/) Fraktion fertig und da gibt es von De Beren Gieren – „Less Is Endless“ wieder neues. Einer der Lieblinge von Henning Bolte. Und so geht es immer weiter.

Die neuen liegen bei mir auch zu Teilen auf dem Tisch und werden sich bald in neue Empfehlungen und Release Tipps niederschlagen.
Am 16.1.2021 hat Karl Lippegaus in der Radionacht Jazz 5 Stunden Zeit für einen Streifzug durch den britischen Jazz „For Members Only“. Das sollten wir nicht verpassen. Hier der Text zur Sendung:

Nach 1968 erlebte der britische Jazz einen beispiellosen Kreativitätsschub. Der Trad-Jazz-Boom war abgeebbt und der Rhythm ’n’ Blues flößte der Jazzszene neue Energie ein. Doch immer blieb es ein Kampf, das Interesse an improvisierter Musik made in Britain am Leben zu halten. Junge Musiker strömten damals von den Kunsthochschulen und Universitäten nach London, das noch sehr geprägt war vom amerikanischen Jazz. Aus der Imitationsphase erwuchs Originalität, kreative Pools und Cliquen bildeten sich, immer neue Bands und Projekte in allen Formaten bis hin zur Brexit Big Band von heute schossen aus dem Boden. In London bildeten sich seit den 70er-Jahren Plattformen und Treffpunkte wie das ICA, The Old Place oder die heutige Kultstätte Café Oto. Neue Möglichkeiten taten sich auf, als der Geist des Experimentierens in Pop und Rock auf die Jazzszene in und um London übergriff. Individualisten wie John Surman erfanden für sich eine neue Klangsprache, dokumentiert auf seinen zahlreichen unbegleiteten Solo-Alben wie „Private City“. Noch heute haben Bands wie Rory Gallaghers Taste, Soft Machine oder King Crimson aus den 70er-Jahren direkten Einfluss auf die Arbeit junger Bands wie Dinosaur oder Led Bib. Und ein ewiger Avantgardist wie Evan Parker hat noch immer eine zentrale Bedeutung für die kontinuierliche Weiterentwicklung eines Phänomens, das mal als progressive Musik bezeichnet wurde. © Text: Karl Lippegaus/Deutschlandfunk, Radionacht



Für alle die nur den Kopfschütteln über das was in Amerika passiert und warum das alles so möglich ist.
Habe ich hier einen Tipp. Das aktuelle Heft der Melodie und Rhythmus (http://www.melodieundrhythmus.com/) hat einen Amerika Schwerpunkt.

Hier gibt es viele Beiträge von Amerikanischen Wissenschaftlern wie den des Historikers, Journalisten und Musikers Michael Joseph Roberto (http://www.melodieundrhythmus.com/mr-1-2021/endspiel/) oder Nancy Isenberg (http://www.melodieundrhythmus.com/mr-1-2021/das-sozialdarwinistische-prinzip/). Oder die Fotoreportage von Nina Berman (http://www.melodieundrhythmus.com/mr-1-2021/hinter-dem-heiligen-schein/) über die Evangelikale Großkirche in den USA. Wer sich noch an die Band Consolidated erinnern kann, auch diese ist mit einem Beitrag dabei (http://www.melodieundrhythmus.com/mr-1-2021/lichtjahre-entfernt-von-einer-sozialistischen-bewegung/).

Mir haben diese Beiträge und vor allem das Essay von Michael Joseph Roberto „Endspiel – Die Diktatur des Kapitals und die Dysfunktion, Anarchie und Psychosen der Gesellschaft – ein Stimmungsbild aus der amerikanischen Depression unter Trump“ sehr geholfen, dieses Wahnsinn wenigstens im Ansatz zu verstehen.

Dann noch viel Spass beim finden und hören der zahlreichen neuen Beiträge!

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