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Von Hans-Jürgen Schaal

Er spielte Swing für die Bigbands und freche Offbeats für die Bebopper. Danach mischte er beides und wurde zum „Vater des modernen Drummings“, wie ihn der Gitarrist Pat Metheny nennt. Der Schlagzeuger Roy Haynes, inzwischen 91 Jahre alt, war eine Schlüsselfigur in der Entwicklung des modernen Jazz. Er begleitete Charlie Parker und Thelonious Monk, dann auch John Coltrane und Eric Dolphy, später Gary Burton und Chick Corea. Er hat mit so vielen gespielt, dass er mit 35 Jahren schon als „Veteran“ galt. Als Bandleader umgab sich Roy Haynes immer wieder mit neuen, noch jüngeren Musikern – und er entwickelte sich ständig weiter. Sein persönliches Markenzeichen sind die widerspenstigen, knisternden Nebenakzente, die er so elegant in seinen kraftvollen, swingenden Beat einstreut. Sie brachten Roy Haynes den Ehrennamen „Snap Crackle“ ein – zu Deutsch etwa: „knall-knatter“.

© SWR 2, Jazztime, 2.4.2016

 

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Cole Porter:
My Heart Belongs To Daddy/CD: A Tribute To Charlie Parker

Roy Haynes

Lester Young:
Ding Dong/CD: Master Takes With Count Basie

Lester Young

Thelonious Monk:
Off Minor/CD: Royality

Roy Haynes/Chick Corea

Roy Haynes:
Snap Crackle/CD: Out Of The Afternoon

Roy Haynes Quartet

Booker Ervin:
Scoochie/CD: Cracklin‘

Roy Haynes with Booker Erwin

Eddie Sauter:
I’m Late, I’m Late/CD:Focus

Stan Getz

Keith Jarrett:
Semblence/CD: Times Square

Gary Burton

Pat Metheny:
Question & Answer/CD: Fountain Of Youth

Roy Haynes